Nonnen

Veenpoort

Schwester Engel im Hochmoor
Eigentlich hieß sie Schwester Maria ter Engelen von der Kongregation der Franziskanerinnen

Himmlische Ruhe… es gibt sie noch, und man braucht dafür nicht weit zu reisen. Ein kleiner Flecken in den Niederlanden, wo die Natur noch Natur ist. Ein Gebiet, das man ungestört in der frischen Luft durchwandern kann: das Bargerveen. Dieses Fleckchen Erde ist nicht nur wunderschön, sondern es hat auch eine bemerkenswerte Geschichte. Die Geschichte von Schwester Engel. Moorkolonisten arbeiteten jahrelang in diesem Gebiet, das eine bewegte, mitunter dramatische und bunte Vergangenheit hat. Geistlichen Beistand erhielten sie von Pfarrer Veltman. Auf einem 1,5 ha großen Grundstück in Weiteveen durfte er eine Kirche bauen. 1919 wurde sie als „Unsere Liebe Frau Königin des Friedens“ eingeweiht. Pfarrer Veltman übte sein Amt in den ersten Jahren in aller Stille aus, bis diese Ruhe an einem Sonntag, dem Mai 1925, jäh zerstört wurde. Da entdeckte er, dass der Tabernakel, in dem die gewandelten Hostien aufbewahrt wurden, aus dem Altar verschwunden war. Das ganze Dorf war in heller Aufregung und die niederländische katholische Kirche wurde umgehend informiert. Zwei Jungen fanden den Tabernakel schließlich in einem Graben im Hochmoor. An jener Stelle steht heute eine Kapelle mit Friedhof.

Durch die landesweite Aufmerksamkeit um den verschwundenen Tabernakel wurde Weiteveen über die Grenzen des Drenther Moores bekannt. Die Kirche erhielt viele Spenden, von denen u. a. ein neuer Tabernakel angeschafft werden konnte. Auch das Schwesternhaus wurde aus Spendenmitteln finanziert.

Mit dem Bau des Schwesternhauses beginnt auch die Geschichte von Schwester Engel. Sie kam 1932 als Gemeindeschwester nach Weiteveen. Bittere Armut herrschte hier damals. Die Torfgräber und ihre Familien hausten in feuchten Katen und TBC und Keuchhusten waren häufige Begleiter.

Schwester Engel und ihre Mitschwestern machten in langen Röcken und abgedankten Schuhen, im Winter in Gummistiefeln, stundenlange Wege durch das Moor, um Menschen in Not zu helfen. Durch Wind und Wetter eilten sie zu kranken Mooreinwohnern, manchmal mitten in der Nacht, bewaffnet mit einer Stalllaterne, durch unwegsames Gelände mit Bulten, Löchern und tiefen Wagenfurchen, bis zu 15 km lang. Die Umstände, in denen die Nonnen arbeiteten, kann man sich heute kaum noch vorstellen.

Über das Leben von Schwester Engel ist ein Buch erschienen.
Das Buch (in niederländischer Sprache) ist eine Ehrung der Schwester und es steht voller Geschichten und Anekdoten über das Leben im Moor zwischen 1925 und 1995. Es kostet € 15,00 und kann per Mail (info@veenloopcentrum.nl) oder telefonisch (0031 (0)524-541458) bestellt werden. Der Verkaufserlös kommt – ganz im Sinne der Schwester – Straßenkindern in Kambodscha zu Gute.